Das Pariser Klimaabkommen ist der Leitfaden für den CO2-Ausgleich

Das Pariser Abkommen soll die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen und die Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren und bis 2050 auf Netto-Null reduzieren.

Das Abkommen verlangt zwei Maßnahmen: erstens, eine massive Reduzierung der Emissionen und zweitens, das Binden und Speichern von Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Beide Ansätze sind notwendig und ergänzen sich gegenseitig. In den nächsten Jahren liegt der Fokus auf der schnellen und nachhaltigen Reduktion der Emissionen.

Laut einem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) sind die derzeitigen Klimaziele der Länder jedoch unzureichend. Der Climate Action Tracker zeigt eine Ambitionslücke von 19-23 Gigatonnen CO2-Äquivalenten.

Um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, hat der WWF 2021 den „Fit für Paris“-Leitfaden veröffentlicht. Dieser identifiziert vier Schlüsselbereiche:

  1. Transparente Erfassung aller Treibhausgasemissionen (Scope 1-3)
  2. Finanzielle Verantwortung für verbleibende Emissionen übernehmen
  3. Reduzierung der Emissionen gemäß den Zielen von 1,5 °C
  4. Engagiertes öffentliches Eintreten für den Klimaschutz

Übernahme finanzieller Verantwortung für verbleibende Emissionen

Unternehmen müssen sich der Verantwortung für alle THG-Emissionen stellen, die auf dem Weg zur Erreichung des 1,5-Grad-Klimaziels anfallen. Dies schärft das Bewusstsein interner Stakeholder für die Klimakosten und hilft, Budgets für die globale Dekarbonisierung und Klimaresilienz bereitzustellen.

Zusätzliche Klimafinanzierung, auch als „Beyond Value Chain Mitigation“ (BVCM) bezeichnet, ist kein Ersatz für Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette oder ein Mittel zur Beschleunigung der Unternehmensziele in Bezug auf Netto-Null oder Klimaneutralität. Im Gegensatz zur klassischen Kompensation, bei der Unternehmen CO2-Gutschriften erwerben, um Emissionen in ihrer Wertschöpfungskette auszugleichen, konzentriert sich die zusätzliche Klimafinanzierung auf die Stärkung des globalen Klimaschutzes und die Förderung der systemischen Transformation.

Anstatt den eigenen Klimafußabdruck „auszugleichen“, geht es bei zusätzlicher Klimafinanzierung darum, gemeinsam den globalen Klimaschutz zu stärken und die systemische Transformation voranzutreiben. Dieser Ansatz folgt eher einer Idee gemeinsamer „Climate Stewardship“ – einem Schutzansatz für globale Gemeinschaftsgüter wie Wasser und Artenvielfalt.

Der globale Klimaschutz ist eine systemische Herausforderung, der sich Unternehmen nicht entziehen können. Zusätzliche Klimafinanzierung sollte dies anerkennen und die systemische Transformation unterstützen. Anstatt „Klimaneutralität“-Claims zu nutzen, sollten Unternehmen ihre Beiträge zum globalen Klimaschutz und anderen Entwicklungszielen durch einen „Impact“ oder „Contribution Claim“ kommunizieren.

Warum die klassische CO2-Kompensation nicht sinnvoll ist:

CO2-Kompensationen können oft undurchsichtig sein, was es schwierig macht, die tatsächliche Wirkung einer Spende oder eines CO2-Zertifikats zu überprüfen.

Insbesondere bei Regenwaldprojekten sind in der Vergangenheit Fälle von Greenwashing bekannt geworden. Auf dem nächsten Reiter finden Sie mehr Informationen zu dem Thema.

Fall 1: Eine Untersuchung von DIE ZEIT, The Guardian und SourceMaterial stellt die Integrität von Regenwaldprojekten, insbesondere von REDD+ Projekten unter Verra, in Frage.

94% der Zertifikate aus den untersuchten Projekten sollen wertlos sein, da sie keine zusätzlichen CO2-Emissionseinsparungen bieten und anfällig für Manipulation sind.

Link (hier) zur Veröffentlichung auf zeit.de.

Fall 2: Auch die United Nations stehen im Fokus von Enthüllungen bezüglich unwirksamer CO2-Zertifikate, die in ihrem Online-Shop verkauft werden. Laut WirtschaftsWoche und Flip sind bis zu 85% der UN-Projekte nicht so hilfreich wie behauptet, und die Einsparungen durch die Zertifikate seien unwirksam.

Als Beispiel wird ein Staudammprojekt in Brasilien genannt, das ohne die Erlöse aus dem Zertifikatehandel umgesetzt worden wäre und somit das Kernkriterium der Zusätzlichkeit nicht erfüllt.

Link (hier) zur Veröffentlichung auf wiwo.de.

Kompensationen zielen darauf ab, die Auswirkungen von CO2-Emissionen auszugleichen, anstatt die zugrundeliegenden Ursachen zu bekämpfen.

Es ist allerdings entscheidend, die Ursachen von CO2-Emissionen, wie den Verbrauch fossiler Brennstoffe, zu bekämpfen, um langfristige und nachhaltige Lösungen für den Klimawandel zu erreichen.

In den meisten Fällen erhalten die Spender keine finanzielle Rückzahlung oder konkrete Vorteile im Gegenzug für ihre Kompensationszahlungen.

Problematisch ist das vor allem, weil das Kapital nicht wiederholt für Impact oder Nachhaltigkeit eingesetzt werden kann.

Der CO2-Ausgleich sollte deswegen immer eine Möglichkeit auf Rückzahlung beinhalten – das ist auch der Gründungsgedanke von New Normal.

Zusätzliche Klimafinanzierung: „Tonne für Tonne“ vs. „Geld für Tonne“

Als „Climate Stewards“ stehen Unternehmen vor der Frage, wie sie zusätzlichen Klimaschutz außerhalb ihrer Wertschöpfungskette finanzieren können. Eine Möglichkeit besteht darin, ein festes Budget für Klimaschutzprojekte bereitzustellen oder sich direkt an Projekten zu beteiligen. Allerdings sind solche Ansätze oft schwer zu bewerten und können in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anfällig für Kürzungen sein.

Um den Klimaschutz effektiver zu gestalten, können Unternehmen ihren finanziellen Beitrag an ihren Klimafußabdruck koppeln. Hierbei gibt es zwei Ansätze: „Tonne für Tonne“-Finanzierung und „Geld für Tonne“-Finanzierung.

Die „Tonne für Tonne“-Finanzierung ist derzeit die am häufigsten verwendete Methode, bei der Unternehmen CO2-Gutschriften kaufen. Allerdings ist dieser Ansatz problematisch, da er der Kompensationslogik nahesteht und potenziell im Widerspruch zum Pariser Klimaabkommen steht.

Der „Geld für Tonne“-Ansatz ist eine zukunftsweisende Alternative zur herkömmlichen Kompensationspraxis. Statt CO2-Gutschriften zu kaufen, investieren Unternehmen in Klimaschutzprojekte, die langfristig und systemisch wirken. Um diesen Ansatz praktikabel zu gestalten, muss er in ein effektives Portfolio zusätzlicher Klimafinanzierung umgesetzt werden, wobei Unternehmen den Umfang und die Investitionsmöglichkeiten sorgfältig abwägen müssen.

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New Normal löst die Probleme der herkömmlichen Kompensation

Das Climate Invest Programm ist eine Initiative, die es Unternehmen und Privathaushalten ermöglicht, einen freiwilligen CO2-Ausgleich zu leisten, indem sie €105 pro Tonne CO2 beitragen. Durch die Teilnahme an diesem Programm unterstützen Sie als Teilnehmer die Finanzierung der neuen grünen Wirtschaft in Deutschland und tragen somit zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

Die Besonderheit des Programms liegt in seiner Investmentstruktur, durch Sie die Möglichkeit haben, ihren ursprünglichen Beitrag zuzüglich Zinsen zurückzuerhalten. Dieses System fördert sowohl Umweltbewusstsein als auch wirtschaftliches Engagement, indem es Anreize für die Teilnehmer schafft, in nachhaltige Projekte zu investieren und gleichzeitig ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Erfahren Sie mehr zu unserem Climate Invest Programm: